Kanzlei-Website
Website zur Kanzleigründung: der Fahrplan für Ihre erste Kanzleiwebsite
Ab wann gehört die Website in die Kanzleigründung – und was muss zum Eröffnungstag online stehen? Ein sachlicher Fahrplan für Steuerberater:innen in Österreich.
Warum die Website zur Gründung gehört, nicht danach
Wer eine Steuerberatungskanzlei gründet oder übernimmt, sucht zunächst eine Kanzleianschrift, einen Kammereintrag und die erste Mandantschaft – die Website gerät dabei oft auf die Liste „später". Das ist nachvollziehbar, aber riskant: Wer zum Eröffnungstag keine eigene, auffindbare Seite hat, überlässt die erste Orientierung Verzeichnissen wie der WKO Firmen A-Z, firmenabc.at oder herold.at – also Dritten, die Ihre Kanzlei nicht so beschreiben, wie Sie es selbst tun würden.
Der richtige Zeitpunkt: die Website entlang der Gründungsschritte
Sinnvoll ist, die Website parallel zu den übrigen Gründungsschritten zu planen – etwa sobald Kanzleiname, Standort und Leistungsschwerpunkte feststehen. Wer die Seite von Beginn an sauber planen und umsetzen lässt, vermeidet spätere Provisorien und doppelte Arbeit. Das betrifft insbesondere die Struktur der Website, die Domain und die technische Basis, auf der spätere Inhalte wie Terminbuchung oder ein Mandantenportal aufbauen können.
Was zum Eröffnungstag online stehen muss
Zum Start sollten zumindest folgende Inhalte stehen: eine klare Beschreibung der Leistungen, Angaben zu Standort und Erreichbarkeit, die berufsrechtlich vorgeschriebenen Pflichtangaben sowie ein eindeutiger Weg zur Kontaktaufnahme für ein Erstgespräch – wie dieser Weg aufgebaut sein kann, zeigt der Beitrag Der digitale Mandantenweg. Ob Sie dabei mit einem Telefonhinweis starten oder direkt eine Online-Terminbuchung anbinden, hängt von Ihren Abläufen ab – wichtig ist, dass der Weg eindeutig funktioniert und sich später ohne kompletten Umbau der Website erweitern lässt.
Ebenfalls sinnvoll ab Tag eins ist ein vollständiges Google-Unternehmensprofil, damit die Kanzlei in Karten und lokaler Suche erscheint, sowie konsistente Angaben in den gängigen österreichischen Verzeichnissen.
Rechtliche Pflichten von Tag eins
Für Steuerberatungskanzleien kommen zwei Ebenen hinzu. Erstens das berufsrechtliche Werberecht nach dem WTBG 2017: Inhalte müssen sachlich und wahr bleiben, reklamehafte Anpreisung ist unzulässig. Zweitens die allgemeinen rechtlichen Pflichtangaben – Impressum, verantwortliche Stelle und eine Datenschutzerklärung, die den Umgang mit Mandantendaten korrekt beschreibt, gehören von Beginn an auf die Seite.
Kanzleiübernahme: die bestehende Website nicht verschenken
Bei einer Übernahme ist ein geplanter Übergang sinnvoller als ein abrupter Wechsel: Bestandsaufnahme der vorhandenen Seite, ein Weiterleitungskonzept und eine behutsame Aktualisierung der Inhalte erhalten die vorhandene Sichtbarkeit, statt sie neu erarbeiten zu müssen – das Vorgehen entspricht einem kontrollierten Relaunch. Zusätzlich sind die rechtlichen Angaben zu aktualisieren: Impressum, verantwortliche Stelle, Datenschutzinformationen und alle personenbezogenen Verweise auf die Vorgängerkanzlei. Auch das Google-Unternehmensprofil sollte übertragen und korrigiert werden, damit Kartendaten konsistent bleiben.
Budget und Prioritäten bei knapper Gründungszeit
Gerade in der Gründungsphase ist die Zeit knapp und das Budget oft eng kalkuliert. Deshalb lohnt es sich, Prioritäten zu setzen: Eine schlanke, aber korrekte und vollständige Website zum Start ist einem aufwendigen, aber verspäteten Auftritt vorzuziehen. Zusatzfunktionen wie ein Mandantenportal, ein Blog oder mehrsprachige Inhalte lassen sich in aller Regel später ergänzen, ohne die Grundstruktur noch einmal verändern zu müssen – vorausgesetzt, die Website wurde von Anfang an auf einer erweiterbaren technischen Basis aufgebaut.
Fazit
Eine Steuerberatungskanzlei, die online genauso überlegt auftritt, wie sie fachlich geführt wird, beginnt mit der Website nicht nach der Gründung, sondern parallel dazu. Wenn Sie Ihre geplante oder bestehende Kanzleiwebsite besprechen möchten, nehmen Sie gerne Kontakt auf.
Quellen und weiterführende Informationen
Weiterlesen
Verwandte Beiträge
Der digitale Mandantenweg: Wie Ihre Kanzlei-Website Orientierung schafft
Von der ersten Suche bis zur Vorbereitung auf das Erstgespräch: Eine klar strukturierte, barrierearme Kanzlei-Website unterstützt Mandant:innen und entlastet die Kanzlei.
Inhalte für die Kanzleiwebsite verständlich erklären
Wie Sie steuerliche Themen auf Ihrer Kanzleiwebsite so erklären, dass Mandant:innen sie verstehen: von der Leitfrage pro Seite über das Übersetzen von Fachbegriffen bis zur sachlichen Formulierung.
Online-Terminbuchung für die Kanzlei: Systeme im Vergleich
Plattformen, eigenständige Buchungstools und Module der Kanzleisoftware im Überblick – mit den Auswahlkriterien und Datenschutz-Pflichten, die für Steuerberatungskanzleien wirklich zählen.